Dreifaltigkeitskirche und Gemeindehaus

Seit 1951 entsteht die Siedlung Roter Hahn. 1958 zählt der neue Stadtteil bereits ca. 3.000 Bewohner, die überwiegend aus den Flüchtlingslagern kommen. Am 3. Februar 1964 wird die selbstständige Kirchengemeinde Dreifaltigkeit gebildet; die beiden neuen Pastorate im Schlesienring stehen zu diesem Zeitpunkt bereits, eines davon zunächst als Gemeindehaus, dann als Kita betrieben.

1963 wird der Grundstein für die neue Dreifaltigkeitskirche gelegt. Der Entwurf stammt von dem Meldorfer Architekten Otto Andersen. Tragender Gedanke seiner Gestaltungsidee ist das Dreieck als Hinweis auf den Namen der Kirche. Weithin sichtbar ist der 45 m hohe Glockenturm, auch er besteht aus Dreiecksflächen, allerdings äußerst spitz zulaufenden. Am 28. Februar 1965 fand die Weihe statt.

Inneres der Kirche nach Südosten

Die Kirche weist in Altarrichtung nach Nord-Osten und hat die Form eines Zeltes. Sie besteht aus dreieckigen Stahlträgern, die außen mit Kupferblech und innen mit Holztäfelung verkleidet sind. Rund 14 m beträgt die Höhe im Inneren,18 m die Breite und 25 m die Mittelachse in Nordost-Südwest-Richtung. Gaubenfenster in der Dachfläche bilden eine natürliche Lichtquelle. Einen besonderen Effekt bietet das Tageslicht, das durch ein Fensterband auf die gemauerte und innen weiß geschlämmte Altarwand fällt. Sowohl diese Wand als auch die baugleiche Südwestfassade mit den beiden Eingangsportalen sind leicht gewinkelt.

Die 3 Bankblöcke sind durch schräg verlaufende Gänge unterbrochen; diese führen optisch genau auf den Altar zu. Mittig zwischen Altar und vorderster Bankreihe befindet sich die Taufe; auf den 4 Seiten des Bronzebeckens finden sich Reliefs zur Noah-Geschichte. Sie stammt – wie auch das Altarkruzifix und der Osterleuchter – von dem Hamburger Künstler Fritz Fleer. Die Orgel auf der Westempore ist ein Werk der Firma Emanuel Kemper & Sohn, Lübeck, aus dem Jahr 1967.

An die Kirche schließt sich im Nordwesten ein mit Kupferplatten verkleideter Verbindungsgang mit einigen Nebenräumen an, der zum fast quadratischen Flachbau des Gemeindehauses führt. Hier erhebt sich über dem Foyer der spitze Glockenturm, auf dem sich 4 Glocken befinden, darunter die beiden ehemaligen Lagerglocken aus dem Flender-Lager. Das Gebäude enthält den Saal (ca. 112 m²) und 3 Gruppenräume unterschiedlicher Größe. Es gibt eine Küche und Abstellräume.

Auf dem Vorplatz wurde 2014 ein kleiner Kirchgarten angelegt. Kirche, Gemeindehaus sowie die umgebende Freifläche stehen seit 2007 unter Denkmalschutz.