Geschichte der Gemeinde

Kirche St. Johannes mit Pfarrhaus und Schule
St. Michael während des Baus
Aufrichten des Turm der Dreifaltigkeitskirche

Kücknitz war eine Liegenschaft des St.-Johannis-Kloster in Lübeck und gehörte im 19. Jahrhundert kirchlich zu Ratekau/ Ostholstein. Nach der Ansiedlung großer Industriewerke zu Beginn des 20. Jahrhunderts - Metallhütte und Werften am Trave-Ufer - wuchs neben dem ländlichen Kücknitz/ Dummersdorf die Industriekolonie Herrenwyk heran. Dazu gehörten auch die Kirchen St. Johannes (evangelisch) und St. Joseph (katholisch).

Nach dem 2. Weltkrieg wuchs der Ort weiter, vor allem durch die Flüchtlingsströme, die zunächst in verschiedenen Lagern untergebracht wurden, bis sie in den 50er und 60er Jahren in neu gebaute Siedlungshäuser ziehen konnten.

Wegen der stark gewachsenen Einwohnerschaft wurden zwischen 1950 und 1965 neue Gemeinden gebildet und neue kirchliche Gebäude errichtet (St. Michael, Rangenberg, 1951; Gemeindehaus Herrenwyk, 1959; Pauluskapelle, Dänischburg, 1965; Dreifaltigkeit, Roter Hahn, 1965).

Der Zusammenbruch der Metallhütte Anfang der 80er Jahre, später auch anderer großer Arbeitgeber, stürzte den Stadtteil in eine Krise.

Heute ist Kücknitz ein mittelständisch geprägter Stadtteil mit überwiegend kleinteiliger Bebauung und zwei- bis dreigeschossigen Blocks. Knapp 20.000 Menschen leben hier, darunter viele mit Migrationshintergrund. Gut 8.000 davon sind Glieder der Kirchengemeinde Kücknitz, die 1998 durch Fusion der drei bis dahin selbständigen Gemeinden wieder neu gebildet wurde. Im Zuge dieses Zusammenschlusses fielen nach und nach einige Pfarrstellen weg und wurden kirchliche Gebäude aufgegeben und verkauft. Dafür konnte 2012 als neues Gemeindezentrum das Leuchtturmprojekt „KirchenFORUM Alte Post“ in Gebrauch genommen werden.

 

Kurze Chronik der Kirchengemeinde Kücknitz:

17.06.1908      Bildung der „Evangelischen Kirchengemeinde Kücknitz“
26.11.1909Grundsteinlegung zum Bau einer Kirche; zwei Monate vorher wurde Kurt Ziesenitz zum ersten Pastor der Kirchengemeinde gewählt
27.11.1910(1. Advent) Einweihung der St.-Johannes-Kirche und der zugehörigen Schule
08.03.1951 Gründung der Kirchengemeinde St. Michael mit den Ortsteilen Siems, Ran­genberg, Wallberg und Dänischburg
29.09.1951 Kirchweihfest St. Michael
03.10.1954Einweihung des Gemeindehauses St. Johannes (heutige Seniorenbegegnungs­stätte)
09.12.1956 Einweihung der St.-Johannes-Kirche nach der Erweiterung
06.04.1959Richtfest für Pastorat und Gemeindehaus in Herrenwyk (Hüttenstraße)
31.03.1960Auflösung der St.-Lukas-Gemeinde des damaligen Flenderlagers
01.12.1964Gründung der Dreifaltigkeitsgemeinde, Roter Hahn
28.02.1965 Einweihung der Dreifaltigkeitskirche und des Pastorates
27.05.1965(Christi Himmelfahrt) Einweihung Gemeindezentrum St. Paulus, Dänischburg
01.01.1998Zusammenschluss der Kirchengemeinden Dreifaltigkeit, St. Johannes und St. Michael zur „Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Kücknitz“
14.09.2008Entwidmung der St.-Michael-Kirche, Februar 2010 Verkauf
29.04.2012Einweihung Gemeindehaus „KirchenFORUM Alte Post“

Ausführlicheres zur Geschichte der Gemeinde können Sie in der Festschrift
zum 100-jährigen Jubiläum der kirchengemeinde Kücknitz nachlesen
(auf Bild rechts klicken).