Neue Paramente in der Dreifaltigkeitskirche

Zu den unterschiedlichen Zeiten im Kirchenjahr sind unsere Altäre, Kanzeln oder Lesepulte mit verschieden farbigen Textilien geschmückt: Weiß zu Weihnachten und Ostern, Violett in der Advents- und Passionszeit, Rot zu Pfingsten, zur Konfirmation und zum Reformationstag, Schwarz am Karfreitag und Grün in den sommerlichen Monaten. Paramente nennt man diese Behänge: „paramentum“ lässt sich übersetzen mit „den Tisch bereiten“ oder wegen der Wortähnlichkeit könnte man auch sagen „den Geist bereiten“. Mit dieser Farbigkeit stimmen wir uns ein auf die jeweiligen Themen des Kirchenjahrs.

Man könnte es damit vergleichen, dass wir auch unser Haus oder den Tisch auf besondere Weise schmücken, wenn wir Gäste erwarten oder ein Fest ausrichten. Ein Hochzeitstisch ist anders geschmückt als die Tafel zur Geburtstagsfeier.

Entsprechend tun wir es auch in der Kirche: Wenn mir das Weiß aus dem Altarraum entgegenleuchtet, dann werde ich gleich hineingenommen in das Strahlen des Weihnachtsfestes oder des Ostermorgens.

Die Paramente in der Dreifaltigkeitskirche sind schon länger in die Jahre gekommen. So entstand der Wunsch, sich auf den Weg zu machen, um Stück für Stück die alten Paramente zu ersetzen. Liebhaber*innen unserer Kirche haben dafür gern und großzügig gespendet. So Neue Paramente in der Dreifaltigkeitskirche wurde es möglich, die Paramentenwerkstatt in Ratzeburg mit einem Neuentwurf und der Gestaltung zu beauftragen – zunächst einmal der grünen Paramente, denn sie hängen die längste Zeit im Jahr.

Für jede Kirche werden solche Paramente individuell entworfen. Mit der Webermeisterin Kathrin Niemeyer sind wir in den kreativen Prozess eingestiegen. Durch Gespräche und Ortstermine in Dreifaltigkeit entstand die Idee, nicht – wie sonst üblich – den Altar mit einem Parament zu versehen, sondern Kanzel und Lesepult. Auf diese Weise kommt der Altar in seiner klaren Schlichtheit als zentraler Ort viel mehr zur Geltung. Das Pult- und das Kanzelparament weisen nun auf besondere Weise auf den Altar hin und heben ihn in seiner Bedeutung hervor.

Der Behang am Lesepult nimmt sehr schön den Lichteinfall am Morgen auf, wenn die Sonne die Muster der Fenster auf die Altarwand wirft. Dieser Lichteinfall, der zur Gottesdienstzeit gut zu beobachten ist, führte zu der Idee, die Strahlen als Motiv auf dem Parament abzubilden. Grün steht für die Zeit des Wachsens sowohl in der Natur wie auch im Glauben – beides braucht Licht! Nun sammeln wir weiter und hoffen, in absehbarer Zeit die violetten Paramente ersetzen zu können. Danke allen Spender*innen, die helfen, unsere Kirche strahlen zu lassen.